Tanzfonds Partner
FONDS FÜR PARTNERSCHAFTEN ZWISCHEN TANZINSTITUTIONEN UND SCHULEN
Nach dem Ende des Tanzplan Deutschland führt die Kulturstiftung des Bundes ihr Engagement für den Tanz fort: Sie initiierte die beiden Fonds TANZFONDS ERBE und TANZFONDS PARTNER. Verantwortlich für die inhaltliche Konzeption und Durchführung sind Madeline Ritter, die ehemalige Leiterin von Tanzplan Deutschland und Ingo Diehl, ehemaliger Leiter des Ausbildungsbereichs von Tanzplan Deutschland. Im Juli 2011 gründeten sie die DIEHL+RITTER gUG, die Projektträger der Tanzfonds ist.
Zielsetzung
TANZFONDS PARTNER ermöglicht Partnerschaften zwischen Tanzinstitutionen und allgemeinbildenden Schulen. Die Kunstform Tanz soll für Schülerinnen und Schüler im Rahmen des realen Theaterbetriebs erlebbar und erfahrbar sein – und zwar auf höchstem künstlerischen Niveau. Unter dem Stichwort audience development soll Kindern und Jugendlichen ein einprägsamer Zugang zur Tanzkunst, den Tanzcompagnien und der Institution Theater ermöglicht werden. Wer als junger Mensch das Theater für sich erobert hat, wird auch später viel eher und selbstverständlicher das Angebot dieser Kultureinrichtung wahrnehmen und zu bewahren suchen.
Die von TANZFONDS PARTNER geförderte Zusammenarbeit findet zwischen je einer Tanzinstitution – Compagnien, Tanzhäuser und choreografische Zentren – und einer Schule statt. Dadurch entsteht eine besondere Nähe zwischen den beteiligten Partnern, die idealerweise ein Kooperationsbündnis stiftet, das nach Ablauf der Förderung seine Fortsetzung findet. Der Tanz wird langfristig in die Partnerschulen integriert, damit er dort – so wie andere künstlerische Sparten auch – ganz selbstverständlich Teil des Schulalltags wird.
Von TANZFONDS PARTNER profitieren beide Seiten. Die Institution öffnet sich einem neuen und jungen Publikum, die Schule schärft ihr kulturelles Profil. Die Schülerinnen und Schüler der Partnerschulen lernen dabei von erfahrenen Künstlern, sie erleben, wie Choreografen arbeiten, wie zeitgenössischer Tanz entsteht. Sie bekommen tiefe Einblicke in den kreativen Prozess, erleben Frustrationen und Erfolge, Probenatmosphäre und Aufführungseuphorie. Sie lernen die verschiedenen Arbeitsbereiche und -abläufe eines Theaters kennen.
Doch nicht nur die Schüler erleben den Tanz: Der Tanz erlebt auch die Schüler. Im Zusammentreffen zwischen erfahrenen Tänzern und Choreografen und jungen Menschen aus verschiedenen sozialen Milieus machen beide Seiten neue Erfahrungen. Tänzer und Choreografen müssen Überzeugungs- und Vermittlungsarbeit leisten. Sie müssen ihre eigenen Positionen überprüfen und einer Betrachtung von außen standhalten. Die Erfahrungen, die dabei gewonnen werden, tragen die Beteiligten wiederum in ihre Institutionen hinein. Ein Lernprozess entsteht, von dem auch die Institution einen wertvollen Nutzen ziehen kann.
Die Förderung
Die Förderung soll verwendet werden, damit Schülerinnen und Schüler mit erfahrenen Tänzern und Choreografen arbeiten können. Wichtig ist die herausragende Qualität des leitenden Choreografen und der ihn begleitenden künstlerisch-pädagogischen Teams. Diese Teams können auch Akteure aus anderen Institutionen, zum Beispiel den Bereichen Tanzausbildung oder Tanzpädagogik, einschließen.
Entscheidend ist die Idee einer institutionellen Öffnung: Es gehen nicht Künstlerinnen und Künstler auf pädagogische Stippvisite in die Schulen, sondern die Schülerinnen und Schüler suchen die Künstler an ihren Proben- und Wirkungsstätten auf und lernen künstlerische Methoden und Arbeitsbedingungen im Kontext einer Kultureinrichtung kennen. Deswegen sind nur Kulturinstitutionen als Antragsteller vorgesehen. Einzelpersonen und Schulen können keinen Antrag stellen. Alle allgemeinbildenden Schultypen kommen für eine Zusammenarbeit in Frage. Gefördert werden mittlere und große Tanzpartnerschaften mit einer Fördersumme von bis zu 150.000 Euro.
Die Projektleiter Madeline Ritter und Ingo Diehl beraten zu Fragen der inhaltlichen Ausgestaltung der Partnerschaft und möglichen Kooperationen. Beispielhafte Arbeitsergebnisse werden im Rahmen des Tanzkongress im Jahr 2013 vorgestellt.
Dokumentation
Die Inhalte und Arbeitsmethoden der verschiedenen Projekte sollen im Rahmen des Gesamtprojekts dokumentiert und fachlich ausgewertet werden, um die entstandenen Kooperationserfahrungen in aktuelle Diskussionen über Kulturelle Bildung einzuspeisen.
Alle weiteren Informationen finden Sie unter Bewerbung.
